
In der Kaulsdorf Residency haben wir die queer-religiöse Performance „Binärtortur“ verfilmt, die queer theory und Politik mit religiösen und künstlerisch-performativen Formen verbindet. Queerer Schmerz und Scham sollen umgewandelt werden in Solidarität mit allen, die auch eine „minoritäre Position zur Macht besitzen“ (Cathy J. Cohen). Eine Priestx wird aus den eigenen Coming out Erfahrungen initiiert und solidarisiert sich, predigt gegen die aktuelle deutsche Kulturpolitik, leistet in der Binärtortur Abbitte für die Reproduktion binärer Denkmodelle und bittet queere Heiligx am Altar um Hilfe. In einem Schöpfungslob wird die durch und durch queere Schöpfung gepriesen, das Altarbild wird bei einer Prozession durch den Garten getragen, und die Priestx erhält den Ruf, die eigene Identität immer weiter zu destabilisieren. Die Kultgewänder sind eine Überarbeitung der Basiskostüme von Marc Aschenbrenner und Eva Carbó Trill durch Hauke Heumann und Ymai Rivera und Teile des Partiturkostüms von Sichi Li. Das Altarbild wird von Christ Mukenge und Lydia Schellhammer angefertigt, die in ihrer Praxis des gemeinsamen Malens als Duo versuchen, die Binarität ihrer Subjekte überwinden. Außerdem treten Lotte Dohmen und Camille O in Erscheinung, die musikalisch göttliche Stimmen von außen verkörpern. Die elektronische Musik ist ein Remix von Antje Meichsner des sexpositiven Kirchenlieds „Körperlich/Göttlich“, das im Rahmen der Arbeit an „Binärtortur“ entstanden ist. Gefilmt hat Knut Klaßen. Ein Film von Hauke Heumann (1pp1) >Hauke Heumann











