
Was wird aus Kostümen, wenn ein Stück nicht mehr gespielt wird? Kostüme in Gintersdorfer/Klaßen Produktionen wurden von Bobwear oder Marc Aschenbrenner/Eva Carbó oder den jeweiligen Kostümabteilungen der Theater gefertigt. Oder es gab Design-Teile, oft im Sale in Berlin gekauft, z.B. bei „BAERCK“ im „Happy Shop“ bei „Starstyling“, im „Temporary Showroom“ oder „Voo Store“. Viele Bernhard Willhelm Samples wurden über die Jahre bei David im „Das neue Schwarz“ erstanden. Für die Theater war es ok, dass wir die Kostüme am Ende eines Stücks mit nach Hause genommen haben. Kostüm war nie Ausdruck einer Rolle. Es war eher ein auffälliges Teil, das markiert, dass die Bühne nicht der Alltag ist, was einen späteren Transport in den Alltag natürlich interessant macht. Oder ein Teil mit eingeschriebener bildender Kunst Logik. Die Theater der freien Szene haben keinen Fundus, Stadttheater schon. Sie können eine Kostüm Nachnutzung möglich machen. Es gibt allerdings die Gefahr, dass Design-Teile unter Wert im Fundus unsichtbar werden. Statt Fundus gibt es auch die Möglichkeit für mehrere Stücke die selben Kostüme zu nehmen, oder sie unter befreundeten Gruppen floaten zu lassen.


Hier zeigt Hauke Heumann eine Auswahl seiner Ex-Gintersdorfer/Klaßen Kostüm Garderobe. Über Jahre sind sie prägender Teil seines eigenen Styles geworden. Auf dem ersten Foto trägt er eine Jacke von Mihara Yasuhiro mit der Aufschrift „WISH YOU WERE HERE“, eine Kollektion in der Mihara Yasuhiro auf Fukushima reagierte (Identitäten dehnen), sowie ein Comme des Garçons Hemd (Das 2. Bremer Konzil). Der Mantel in der Hand ist von Soulland (Identitäten dehnen), die Henrik Vibskov Hose ein privater Kauf. Auf dem zweiten Foto trägt er eine Yōji Yamamoto Jacke (Das neue schwarze Denken – Chefferie). Auf dem dritten Foto ein Hemd von Henrik Vibskov (Dialog direkt Kinshasa-Berlin). Auf dem vierten Foto ist eine Marc Aschenbrenner/Eva Carbó Jacke und eine Hose von Issey Miyake zu sehen. Auf dem fünften Foto ein Marc Aschenbrenner/Eva Carbó Shirt. Auf dem sechsten Foto eine Adidas/Jeremy Scott Jacke (Eleganz ist kein Verbrechen) sowie Schuhe von Gucci (Betrügen/La Jet Set). >Knut Klaßen






High-Deck-Siedlung Berlin (Entwurf: Rainer Oefelein und Bernhard Freund 1970), Fotoshooting 27.2.2025